Konzept des DORV-Ladens Pannesheide


Obst & Gemüse, Foto: B.Schübbe

In den meisten Dörfern und Stadtteilen geht die ortsnahe Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfes zurück, weil kleine Läden durch große Discounter verdrängt werden. Dies bedeutet, dass der Einkauf fast nur noch mit dem Auto zu bewerkstelligen ist, was besonders für ältere Menschen oder solche, die nicht mobil sind, zu einem Problem werden kann.
Aber auch junge Familien und Kinder profitieren von dem Angebot. So kann der tägliche Spaziergang zu einem Einkauf genutzt werden, Kinder können mal eben im Dorf einkaufen gehen.

Das Warenangebot der großen Discounter wird danach ausgerichtet, welche Waren am meisten verkauft werden, so dass die Konsumenten sich am Schluss einem immer uniformeren Warenangebot gegenüber sehen. Dabei beziehen die Discounter ihr Warenangebot von überall her, Lebensmittel werden mit großem Energieaufwand durch Deutschland oder die ganze Welt transportiert mit den entsprechenden Folgeschäden für die Umwelt.


Backwaren, Foto: B. Schübbe

Der Pannesheider DORV-Laden verfolgt eine ganz andere Strategie. Nicht ohne Grund, schreibt sich dieser DORV-Laden mit einem „V“. Es ist die Abkürzung für „Dienstleistung und Ortsnahe Rundum Versorgung“ und fasst damit im Namen zusammen, worum es geht:

In einem Laden, der fußläufig zu erreichen ist, sollen die Einwohner sich mit regionalen Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs versorgen können.

Durch Umfragen und direkt geäußerte Wünsche können die Kunden das Warenangebot mit bestimmen.

Besonders wichtig ist das Angebot von Frischwaren, die von Bauern, Bäckereien und Metzgereien aus der Nähe geliefert werden. Dies stärkt die regionalen Produzenten und schont durch kurze Transportwege die Umwelt.

Rundum-Versorgung bedeutet aber auch ein Angebot von Dienst­leistungen, die an der Grundversorgung der Bürger ausgerichtet sind wie z.B.:

  • Abgabe von Kleidung für die Reinigung
  • Möglichkeit zur Erledigung von Behördenangelegenheiten
  • Kauf von Briefmarken und Hinterlegung von Paketen
  • Organisation von Tauschbörsen
  • Geldautomat, Bestell- und Bringservice für den Einkauf

All dies soll im DORV-Laden angeboten werden.


Wurst & Fleisch, Foto: B.Schübbe

Da auch Gelegenheit zu einer gemütlichen Tasse Kaffee besteht, kann der Einkauf zu einer kleinen Ruhepause mit der Möglichkeit zu einem „Schwätzchen“ genutzt werden. So könnte sich der Laden auch zu einem Treffpunkt entwickeln.

Ein weiteres wichtiges Element im Gesamtkonzept ist die Schaffung von Arbeitsplätzen. In Zusammenarbeit mit dem Verein zur Förderung von Umwelt und Arbeit sollen im Laden Arbeitsplätze für Erwerbslose entstehen, um ihnen über eine zusätzliche Qualifizierung, die Chance für eine dauerhafte Beschäftigung zu verschaffen.

All dies ist aber nur möglich mit der aktiven Beteiligung der Pannesheider Bevölkerung, denn nur dann kann das Modell gelingen und der Laden dauerhaft Bestand haben. Aktive Beteiligung bedeutet, dass die Einwohner sich mit ihrem Laden identifizieren, ihn als eine wichtige Anlaufstelle in ihrem Stadtteil ansehen, dort regelmäßig einkaufen und sich wenn möglich auch durch einen Anteil an der DORV Pannesheide GmbH finanziell engagieren.